Was können wir daraus lernen?

» Artikel veröffentlicht am 09.07.20, von

Lothar Wienböker, Gründungsmitglied und Geschäftsführer des KKC e.V. kommentiert die Ereignisse und das Verhalten der Verantwortlichen in der aktuellen Corona-Krise:

Die „Splendid Isolation“, die wir bisher erlebten, weicht einer großen Bereitschaft sich zu öffnen. Viele Akteure, die bisher die Selbstdarstellung als Maxime der Internetpräsenz gesehen haben, öffnen sich und schauen nicht nur über den Tellerrand, sondern gewähren auch Einblick in das interne Wissen ihrer Netzwerke.

 

Das entspricht seit 20 Jahren den Satzungszielen der Gesellschaft zur Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit in den Einrichtungen des Gesundheitswesens. e.V.

 Die stets überflüssige Diskussion über den angeblich betriebswirtschaftlich gebotenen Abbau von Krankenbetten und der Reduzierung der Anzahl von Krankenhäusern ist leiser geworden. Auch die klügsten Verfechter dieser Kahlschlagstheorien haben erkannt, dass unser Gesundheitssystem mit seiner oft kritisierten Krankenhausdichte und angeblichen Bettenüberhang auf die Pandemie-Folgen in Deutschland erheblich besser reagieren konnte, als es in machen Nachbarstaaten möglich war.

Welche Erkenntnisse die Politiker und Funktionäre nach der Krise veranlassen, über sachgerechte Steuerungsmodelle neu nachzudenken, ist noch nicht abzusehen

Es bleibt nur zu hoffen, dass dann endlich auch einmal die Kolleginnen und Kollegen gefragt werden, die uns jetzt täglich-bis zur Erschöpfung- vor Schlimmeren bewahren.

Überraschend ist auch, dass die üblichen Kämpfe um Besitzstandswahrung und Interessenlagen in unserem föderalistischem und angeblich selbstveralteten Gesundheitsystem ausgeblieben sind und erstaunlich schnell und einvernehmlich die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen wurden, um der Krise zu begegnen.

Ob nach der Krise endlich mal über eine bundesweite monistische Finanzierung nachgedacht wird, ist fraglich- obwohl man eigentlich erkannt habe sollte, dass ein Virus Landesgrenzen ignoriert und dass Patienten unser Gesundheitswesen nicht durch noch stärkere Belastungen finanzieren können.

Ferner wurde deutlich, dass Homeoffice-Aktivitäten, genauso wie Web-Konferenzen, nur dann optimal durchgeführt werden können, wenn überall die Voraussetzungen stimmen. wurde deutlich.

Die Nachteile der erforderlichen Kontaktbeschränkungen und Sicherheitsabstände können nur durch die funktionierende, ausreichend dimensionierte und flächendeckende IT-Infrastruktur minimiert werden, welche uns die Politik seit Jahren verspricht.

Es ist nicht abzusehen, ob und was die Beteiligten aus dieser Krise lernen werden und ob die Maßnahmen dann zielführend sind.

Wir, die Mitglieder des KKC e.V. legen Wert auf die Feststellung.

Berufsgruppenübegreifende, professionale Kommunikationsvoraussetzungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitswesens in unserem Land.

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