Ingo und Jupp flüchten sich in geistige Welten 

» Artikel veröffentlicht am 12.12.22, von

Meldungen über Krisen aller Art füllen bereits das tägliche Leben aus: Inflation, steigende Preise, drohende Energie-Engpässe, Klimakatastrophen, bombardierte Atommeiler, unendliches Kriegs­leiden, – und nun auch noch das Ende des belieb­ten Neun- Euro-Tickets. Die Despoten der Welt wittern wieder Morgenluft, Krieg entwickelt sich zu einem neuen Mittel der Politik und die katho­lische Kirche vergrault langsam auch ihre letzten Schäfchen.

Gut, dass sich Ingo mit seinem unerschütterlichen Optimismus und seinem Glauben an einem Neu­anfang in einer besseren Welt selber immunisiert hat. Und sein Kumpel Jupp? Der hat Ingos Rat beherzigt, konsequent Fernsehen und Internet abgeschaltet und verkriecht sich in die fiktive Welt der Bücher. Dennoch treffen sich beide wieder zu ihrem traditionellen Frühschoppen in ihrer Eckkneipe.

Die beiden Pensionäre fühlen sich in der Literaturwelt sichtlich wohler, allerdings werden sie von der rauen Wirklichkeit unversehens eingeholt: der querdenkende Nachbar ist nach einem gescheiterten Aussteigerversuch wieder im Vorgarten von Jupps Nachbarn gelandet. Angesichts künftiger drohender Konfrontationen mit schwarzsehenden Pessimisten liebäugelt Ingo mit einem Leben als alternativer Landwirt in einer Grünen-WG, zum Entsetzen von Jupp.