Erste Einschätzung des DigitalRadars zu deutschen Krankenhäusern

» Artikel veröffentlicht am 07.03.22, von

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) investieren Bund und Länder bis zu 4,3 Mrd. Euro in die^. Begleitend sieht das Gesetz eine „Analyse und Bewertung des grundsätzlichen Standes der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern und der Effekte des Zukunftsfonds auf den Digitalisierungsgrad, die Versorgungen von Patientinnen und Patienten und die regionalen Versorgungsstrukturen“ vor. Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Rahmen einer Ausschreibung das Konsortium „DigitalRadar“ beauftragt diese Evaluation durchzuführen. Im ersten Schritt wird eine umfassende Bewertung des Digitalisierungsgrades vorgenommen. Die nächste Stufe soll Aufschluss über die Effekte der Förderung in Bezug auf eben diesen Digitalisierungsgrad und der Verbesserung der Versorgung von Patienten bzw. regionaler Versorgungsstrukturen geben.

So hat diese erste Evaluation deutlich gemacht, dass es vor allem in den Dimensionen klinische Prozesse, Informationsaustausch, Telehealth und Patientenpartizipation Entwicklungsbedarf gibt. Auch die Weitergabe strukturierter Daten im Krankenhausbereich sowie die Interoperabilität zwischen den vorherrschenden Softwarelösungen ist ausbaufähig. Allein in den Fördertatbeständen «Digitale Dokumentation» und «Patientenportale» wurden wegen dem erheblichen Nachholbedarf jeweils über 1.000 Förderanträge gestellt.

Das durchschnittliche Ergebnis des DigitalRadar Score der deutschen Krankenhäuser liegt bei 33,25 Punkten (max. 100) wobei die Ergebnisse breit streuen (Standardabweichung 10,18) und sich je nach Trägerschaft und Größe der Krankenhäuser unterscheiden. Die prognostizierten EMRAM-Indikatoren zeigen, dass knapp ein Drittel der deutschen Krankenhäuser die Kernforderungen des internationalen Modells mit geschätzten Reifegraden bis zur Level-5-Zertifizierung erfüllen. Die restlichen 69% der Krankenhäuser haben gute Möglichkeiten, sich einem höheren Score zu nähern, indem sie digitale Lösungen im Bereich der Radiologie, des Labors oder der Kardiologie vorantreiben. Bis heute zeigen Daten, dass die Mehrheit der Krankenhäuser in vielen OECD-Ländern bei EMRAM-Bewertungen auf der Stufe 0 abschneiden.  Mit dem jetzigen Ergebnis schneidet Deutschland im Vergleich zu beispielsweise Australien oder Kanada solide ab; soll heißen, wesentlich mehr deutsche Krankenhäuser haben im Vergleich den Reifegrad 0 überschritten. Detaillierte Ergebnisse aus der ersten Datenerhebung werden für Mitte 2022 erwartet. (Näheres unter www.digitalradar-krankenhaus.de)

Pressemitteilung zur Vorstellung der ersten Ergebnisse, 11.02.2022