Hippokratech News und Trends

» Artikel veröffentlicht am 12.02.21, von

Der KKC Kooperationspartner berichtet

Wolfgang Menke, Berlin, ist nach technischer, medizinischer und ökonomischer Ausbildung und wissenschaftlicher Weiterbildung an einem physiologischen Universitätsinstitut seit mehreren Jahrzehnten auf dem Gebiet der angewandten Medizintechnik tätig, vor allem freiberuflich als interdisziplinärer Spezialist für Kliniken, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Organisationen der Krankenversicherung und der Entwicklungshilfe sowie von Projektträgern des Forschungsministeriums. Herr Menke ist ferner Mitherausgeber eines Loseblattwerkes des ecomed-Verlages zum Medizinprodukterecht und Geschäftsführer der MediVision GmbH, die auch das Medizintechnikportal betreibt sowie Herausgeber von Hippokratech.

Gesetzentwurf zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG)

Das Bundeskabinett hat heute den Regierungsentwurf des DVPMG beschlossen. Danach sollen die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) weiterentwickelt und Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) neu eingeführt werden.

Neue digitale Anwendungen kommen auch in der Pflege:

Digitale Pflegeanwendungen (DiPAs) sind digitale Helfer und auf mobilen Endgeräten oder als browserbasierte Webanwendung verfügbar. Sie können von den Pflegebedürftigen genutzt werden, um den eigenen Gesundheitszustand durch Übungen und Trainings zu stabilisieren oder zu verbessern (z.B. Sturzrisikoprävention, personalisierte Gedächtnisspiele für Menschen mit Demenz, Versorgung von Menschen mit Dekubitus) oder die Kommunikation mit Angehörigen und Pflegefachkräften zu verbessern. Dazu wird ein neues Verfahren zur Prüfung der Erstattungsfähigkeit digitaler Pflegeanwendungen und zur Aufnahme in ein entsprechendes Verzeichnis beim BfArM geschaffen. Auch die Pflegeberatung wird um digitale Elemente erweitert.

Quelle: https://hippokratech.substack.com/

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) werden weiterentwickelt:

Versicherte sollen die Möglichkeit bekommen, Daten aus DiGAs komfortabel in ihre elektronische Patientenakte einzustellen. Leistungen von Heilmittelerbringern und Hebammen, die im Zusammenhang mit DiGAs erbracht werden, sollen künftig vergütet werden.

Datenschutz und Informationssicherheit von DiGAs werden gestärkt: Es wird ein verpflichtendes Zertifikat für die Informationssicherheit eingeführt. Bei der Prüfung der Erstattungsfähigkeit durch das BfArM wird außerdem die Erprobungszeit flexibilisiert und für die Zeit nach der endgültigen Aufnahme ins Verzeichnis eine genauere Dokumentation von Änderungen an den Produkten vorgegeben.

Weitere Neuerungen betreffen u.a. die Telemedizin, die Telematikinfrastruktur (TI), die elektronische Patientenakte und das E-Rezept.

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Medizinische Terminologie für den elektronischen Austausch

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellt ab Jahresbeginn SNOMED CT für alle Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland zur Verfügung. Die medizinische Terminologie ermöglicht es, medizinische Begriffe in verschiedenen Computersystemen als Voraussetzung für den elektronischen Austausch von Gesundheitsdaten international eindeutig abzubilden.

Damit schafft SNOMED CT die Voraussetzung für den elektronischen Austausch von Gesundheitsdaten. Seit dem 1. Januar 2021 ist Deutschland mit dem BfArM als „National Release Center“ Mitglied von SNOMED International. Anwenderinnen und Anwender können sich ab sofort auf www.bfarm.de/snomed registrieren und eine kostenfreie Sublizenz anfordern. Alle Akteure können kostenfreie Lizenz beantragen

Alle im deutschen Gesundheitswesen beteiligten Institutionen und Fachkreise wie z.B. Softwarehersteller, Kliniken, Labore, Forschungsorganisationen, die SNOMED CT in ihren Anwendungen nutzen möchten, können beim BfArM eine kostenfreie Lizenz beantragen. Das BfArM wird mit kostenfeien Schulungen und Informationen rund um SNOMED CT umfassende Unterstützung zum Start der Implementierung bieten.

Hintergrund:

Die Bereitstellung von SNOMED CT ergänzt die bereits laufenden Klassifikations- und Terminologiearbeiten im BfArM. Das nationale Kompetenzzentrum für Terminologien im BfArM ist gemäß § 355 Abs. 7 SGB V für die Bereitstellung und Weiterentwicklung von medizinischen Terminologien für Deutschland zuständig. Zu diesen Aufgaben gehören neben dem Lizenzmanagement und der Bereitstellung vor allem die strategische Weiterentwicklung und die Koordination von Änderungsanforderungen aus Deutschland.

Nicht für alle Nutzer in Deutschland ist SNOMED CT neu: Die Medizininformatik-Initiative (MII) hat seit 2020 im Rahmen einer vom BMBF ausgehandelten Pilotlizenz mit einer limitierten Anzahl von Sublizenzen für die MII-Teilnehmer und deren Kooperationspartner erste Erfahrungen gesammelt, die bei einer flächendeckenden Bereitstellung durch das BfArM sehr hilfreich sind. Als bereitstellende Organisation hat die TMF erste wertvolle Erfahrungen gesammelt, die in den Start des Nationalen Release Centers beim BfArM eingeflossen sind (BfArM Pressemitteilung 1/21 vom 04.01.2021).

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